Key Facts
- Festhypotheken laufen meist 2 bis 15 Jahre mit fixem Zinssatz und hoher Planungssicherheit.
- SARON-Hypotheken werden in der Regel vierteljährlich an den Geldmarktzins angepasst.
- Eine Kombination beider Modelle in mehreren Tranchen streut das Zinsrisiko.
Steht die Finanzierung, folgt die nächste wichtige Frage: Welches Hypothekarmodell passt zur eigenen Situation? Die beiden gebräuchlichsten Varianten in der Schweiz sind die Festhypothek und die SARON-Hypothek. Beide haben ihre Berechtigung – die richtige Wahl hängt von Risikobereitschaft, Planungshorizont und persönlicher finanzieller Situation ab.
Die Festhypothek – Planungssicherheit über die Laufzeit
Bei einer Festhypothek wird der Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit, üblicherweise zwischen 2 und 15 Jahren, fix vereinbart. Die monatliche Belastung bleibt während dieser Zeit konstant, unabhängig davon, wie sich das Zinsumfeld entwickelt. Diese Planbarkeit ist besonders für Familien und Käuferschichten mit knapper Tragbarkeit attraktiv, da unliebsame Überraschungen ausgeschlossen sind. Der Nachteil: Wer während der Laufzeit vorzeitig aussteigen möchte, etwa wegen eines Verkaufs, muss unter Umständen eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen, die je nach Restlaufzeit und Zinsdifferenz beträchtlich ausfallen kann.
Die SARON-Hypothek – Flexibilität mit Zinsrisiko
Die SARON-Hypothek orientiert sich am Swiss Average Rate Overnight, dem Referenzzinssatz für den Schweizer Geldmarkt, und wird meist quartalsweise angepasst. Sie bietet in der Regel eine hohe Flexibilität bei Anpassungen und tiefe Ausstiegskosten, da keine langfristige Bindung besteht. Dafür schwankt die Zinsbelastung mit dem Marktzins – in Tiefzinsphasen ist die SARON-Hypothek oft günstiger als eine Festhypothek, in Phasen steigender Zinsen kann sie jedoch spürbar teurer werden.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
- Planungssicherheit: hoch bei der Festhypothek, tief bei der SARON-Hypothek
- Flexibilität bei vorzeitigem Ausstieg: eingeschränkt bei der Festhypothek, deutlich höher bei SARON
- Zinsentwicklung: fix über die gesamte Laufzeit vs. laufend an den Markt angepasst
- Eignung: Festhypothek für sicherheitsorientierte Käufer:innen, SARON für Personen mit finanziellem Spielraum und Interesse an Marktbeobachtung
Die Kombination beider Modelle
Viele Banken empfehlen, die Hypothekarsumme auf mehrere Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Modellen aufzuteilen. So lässt sich das Zinsrisiko streuen: Ein Teil der Hypothek profitiert von der Stabilität einer Festhypothek, ein anderer Teil von der Flexibilität der SARON-Hypothek. Diese Staffelung eignet sich besonders für grössere Hypothekarvolumen und für Eigentümerinnen und Eigentümer, die mittelfristig einen Umbau oder eine Amortisation planen.
Worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten
Neben der reinen Zinsfrage lohnt sich ein Blick auf die eigene Lebensplanung: Wer in den nächsten Jahren voraussichtlich umziehen, verkaufen oder umbauen möchte, ist mit der Flexibilität einer SARON-Hypothek oder einer kürzeren Festlaufzeit oft besser bedient. Wer hingegen langfristig in der eigenen Liegenschaft in der Ostschweiz bleiben möchte und Wert auf ein stabiles Budget legt, findet in einer mittel- bis langfristigen Festhypothek häufig die passendere Lösung.
Fazit
Es gibt kein grundsätzlich «besseres» Modell – nur das passendere für Ihre persönliche Situation. Ein unabhängiger Vergleich mehrerer Anbieter und eine ehrliche Einschätzung der eigenen Risikobereitschaft sind der beste Ausgangspunkt für den Entscheid.
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